Geschichte

Historisches (von Friedhelm Lohmann)

Die Vorbereitungen zur Gründung der Sportschützen Gartrop-Bühl 1977 (SpSch) begannen schon einige Jahre vorher. In dieser Phase wurde bereits ein Schießsportverein (SSV) in Gartrop-Bühl gegründet und ein Vorstand gewählt. Rückblickend ist festzustellen, dass die Entstehung der SpSch eng mit der Fertigstellung der Schützenhalle in Gartrop-Bühl zusammenhängt.

Im Herbst 1970 wurden die Bäume am alten Scheibenstand gerodet und die Außenanlagen für den Neubau der Schießsportanlage planiert. Die Rohbauarbeiten waren im Frühjahr soweit fortgeschritten, dass Pfingsten 1971 das Königschießen auf der neuen 100-m-Bahn stattfinden konnte. Nach Abschluss der Kleinkaliber-Saison bestand bei mehreren Schützenbrüdern des BSV Gartrop-Bühl (BSV) der Wunsch, im Winter in der fast fertiggestellten Schützenhalle mit einem Luftgewehr zu schießen. Wir drehten kräftig die Werbetrommel und insgesamt 21 Schützen spendeten jeweils 30 Deutsche Mark (DM) für den Kauf eines Luftgewehrs. Im Dezember 1971 wurde für 490 DM im Fachgeschäft Fritz Rohn, Dinslaken, ein Luftgewehr erworben. Mit diesem Luftgewehr sammelten wir die ersten Erfahrungen in der Disziplin „Luftgewehr freistehend“.

Wir nutzten nun als Schießsportabteilung des BSV die zwei KK-50-m-Bahnen, die 100-m-Bahn und die Luftgewehranlage. Aber immer nur unter uns zu schießen, war mit der Zeit eintönig. Gerne wollten wir mit anderen schießsporttreibenden Vereinen Wettkämpfe austragen. Dies setzte allerdings voraus, dass unser Schützenverein – der BSV – die Mitgliedschaft im Rheinischen Schützenbund erwarb. Hierzu waren die Verantwortlichen des BSV aus finanziellen Gründen nicht bereit. Der BSV hätte insgesamt pro Vereinsmitglied (damals etwa 150) rund 7 DM als Jahresbeitrag an den Schützenbund und den Landessportbund abführen müssen, bei nur 15 bis 20 schießsportinteressierten Mitgliedern. Die Relation passte nicht. Also schossen wir weiter unter uns.

In der Zwischenzeit informierten wir uns von der Schießsportabteilung, wie es möglich wäre, an überörtlichen Wettkämpfen teilzunehmen, ohne dass der Gesamtverein BSV dem Rheinischen Schützenbund angehören müsste. Die Lösung war ein eigenständiger Verein. Am 25. April 1973 wurden die 21 Spender zur Gründungsversammlung eines Schießsportvereins Gartrop-Bühl mit Wahl eines Vorstandes für Donnerstag, den 03. Mai 1973 um 20.00 Uhr in die Schützenhalle eingeladen.

Der Schießwart Kurt Kleinelsen und der Schriftführer der Schießsportabteilung Günter Pannebäcker erläuterten die Beweggründe zur beabsichtigten Vereinsgründung. Kurt Bollwerk leitete als

Präsident des BSV die Versammlung. Ein Protokoll liegt nicht mehr vor. Ich erinnere mich, keiner wollte Vorsitzender werden. Der älteste Versammlungsteilnehmer wurde deshalb als Vorsitzende vorgeschlagen und gewählt: Georg Sardemann (sen.). Sein Stellvertreter wurde Willi Horstmann. Die weiteren Vorstandsposten; Schriftführer Günter Pannebäcker, Schießwart Kurt Kleinelsen, stellvertretender Schießwart Friedhelm Lohmann.

Alle waren sich einig, wir wollten an überörtlichen Wettkämpfen teilnehmen. Die bisherigen Informationen reichten uns aber noch nicht aus. So vergingen mehrere Jahre. Der neue SSv hatt den Charakter eines Kegelclubs. Der Beitrag sollte als Wochenbeitrag abgerechnet werden und eine bestimmte Schusszahl beinhalten. Diese Idee wurde aber nicht in die Tat umgesetzt. Wir schossen einmal im Monat am Sonntagvormittag und mittwochs, aber leider nur unter uns. Das Gemeindepokalschießen war der einzige Wettkampf, den wir unter der Fahne des BSV mit den anderen Vereinen der Gemeinde Hünxe austrugen. Einige Mitglieder sahen in der weiteren Arbeit zur Erreichung unseres Ziels keinen Sinn mehr. Sie zogen sich von der Vereinstätigkeit zurück.

Der SSV hatte sein Ziel nicht erreicht. Er verwandelte sich sang- und klanglos zurück in die bisherige Schießsportabteilung des BSV oder auch Schießgruppe genannt.

Gründung

Die Schießgruppe war sehr aktiv. Es kamen jüngere Mitglieder hinzu. so dass wir mit etwa 15 Schützen wöchentlich in der Schützenhalle trainierten. Das alte Ziel, mit anderen dem Schützenbund angeschlossenen Vereinen Wettkämpfe auszutragen, ging aus unseren Köpfen nicht heraus. Auch die Jüngeren wurden von der Idee mitgerissen. So organisierten wir eine Informationsveranstaltung mit dem Vorsitzenden BSV Dinslaken-Feldmark 1874. Walter Langenfurth berichtete über die Aktivitäten des Rheinischen Schützenbundes. Wir waren alle begeistert. Es entwickelte sich der feste Wille, noch einmal den Versuch zu unternehmen, einen Schießsportverein Gartrop-Bühl zu gründen.

Am 01. Februar 1977 trafen sich 12 Interessierte in der Schützenhalle, um den neuen Verein zu gründen. Hier nun die Namen der Gründungsmitglieder; Hendrikus Damen, Heinz Gangelhoff, Dieter Hoppstock, Willi Horstmann, Gerd Itjeshorst, Kurt Kleinelsen, Wolfgang Kwyk, Jürgen Lindekamp, Friedhelm Lohmann, Günter Pannebäcker, Karl-Heinz Pannenbäcker und Udo Rosebrock.

Der Name „Sportschützen Gartrop-Bühl 1977“ schien uns sinnvoll, um das Betätigungsfeld des Vereins deutlich abzustecken. Die Wahl des Vorstandes brachtes folgendes Ergebnis: Vorsitzender Friedhelm Lohmann mit nur wenigen Stimmen Vorsprung vor Wolfgang Kwyk, der den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden annahm. Schriftführer Günter Pannebäcker, Stellvertreter Jürgen Lindekamp; Schießwart Kurt Kleinelsen, Stellvertreter Dieter Hoppstock. Der Vorstand erhielt den Auftrag, eine Satzung zu entwerfen und den Verein beim Rheinischen Schützenbund sowie beim Landessportbund anzumelden.

Um noch zusätzliche Informationen zu den Regularien einzuholen und erste Kontakte zu knüpfen, traf der Vorstand während der Kreismeisterschaft mit dem damaligen Vorsitzenden des Schützenkreises Dinslaken zu einem Gespräch zusammen. Karl- Walter Knape schlug uns vor, ihm formlos einen Aufnahmeantrag mit der derzeitigen Mitgliederliste zu übersenden. Nach Beratung im Kreisvorstand werde er unseren Antrag an die zuständige Stelle weiterleiten. Abschließend meinte er, schade dass ihr nicht etwas früher gekommen seid, dann hättet ihr schon an der Kreismeisterschaft teilnehmen können. Aber beim diesjährigen Kreiskönigschießen dürft ihr sicher schon mitmachen. Das taten wir auch. Mit einer Abordnung nahmen wir erstmalig 1977 an dieser Veranstaltung des Schützenkreises Dinslaken teil. Ausrichter war der BSV Frohsinn Mehr-Ork-Gest. Wir fühlten uns herzlich von der „Schützenfamilie“ aufgenommen. Damals ahnten wir noch nicht, dass schon drei Jahre später unser junger Schützenbruder Bernfried Kleinelsen in Bruckhausen Kreiskönig wurde – bis heute (2002) der erste und einzige aus unseren Reihen.

Ende August erhielten wir Post aus Düsseldorf. Der Rheinische Schützenbund teilte mit, die SpSch sind seit dem 26. August 1977 Mitglied des Rheinischen Schützenbundes 1872 e,V. und über diesen Mitglied des Deutschen Schützenbundes und des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen. Die erste formelle Mitgliedermeldung an den Rheinischen Schützenbund – datiert vom 07. September 1977 – enthält bereits 23 Mitglieder. Im Herbst 1977 beteiligten wir uns erstmalig an den Rundenwettkämpfen des Schützenkreises. Nun war der Vereinswunsch, sich mit anderen Schießsporttreibenden Vereinen im sportlichen Wettkampf zu messen, in Erfüllung gegangen. Wir konnten jetzt die Früchte unserer mehrjährigen Bemühungen genießen.